
Loyten 1863
- Ekely bei Oslo 1944
Nach einem abgebrochenen Ingenieurstudium, beginnt der norwegische Maler und Grafiker Edvard Munch 1881 mit einer grafischen Ausbildung in Oslo. Bis 1884 studiert Munch hier u.a. bei dem Bildhauer Julius Middelthun und dem Maler Christian Krogh. Der Künstler ist schon bald als selbstständiger Maler tätig, der mit seinem ihm eigenen Stil das Interesse der breiten Öffentlichkeit findet. 1892 verursacht Munchs Berliner Ausstellung, die auf Einladung des Vereins Berliner Künstler hin stattfindet, einen Skandal und führt zur Gründung der Berliner Sezession. Munchs frühe Gemälde sind realistische Bilder mit einem stark emotionalen Gehalt - eine Grundstimmung im Schaffen des jungen Künstlers, die sich noch verstärkt, als Munch bei seinen ersten Aufenthalten in Paris um 1890 Toulouse-Lautrec, van Gogh, Gauguin und die Werke der Symbolisten kennenlernt. Die Arbeiten dieser Künstler nämlich veranlassen Munch nicht nur zu einer größeren Vereinfachung seiner Formensprache, sondern auch durch neue bildnerische Mittel zu einer Steigerung des Ausdrucks. So kommt Munch zu seinem bleibenden Themenkatalog, der seine persönlichen aber doch zugleich allgemeinen Erfahrungen im Bereich psychischer Vorgänge und existenzieller Bedrohung des Menschen umkreist. Munch verleiht mit dunklen, schwermütigen Farben und in großflächig zusammengefassten arabeskenhaften Formen seinen Bildern ihre expressive dramatische Ausdruckskraft. Durch die Sparsamkeit der Mittel finden diese Motive vor allem auch in den Radierungen, Lithografien und Holzschnitten ihre besonders eindringliche Aussage. Der Künstler, der sich bis 1908 vorwiegend in Paris und Deutschland aufhält, kehrt nach einer schweren Nervenkrise, nach Norwegen zurück. Von den Nationalsozialisten werden 1937 82 Werke Munchs aus deutschen Museen als "entartet" diffamiert und verkauft. Aufgrund einer Augenkrankheit wird die Arbeit für den Maler zunehmend schwerer. Edvard Munch stirbt 1944 auf Ekely. Der Stadt Oslo vermacht Munch seinen Nachlass. Die Stadt eröffnet damit 1963 das Munch-Museum.